Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Auch intergeschlechtliche Menschen begegnen diesen Erfahrungen, sind aufgrund ihrer körperlichen Variation jedoch oft noch von weiteren spezifischen Menschenrechtsverletzungen bedroht. Trans*, inter* und genderqueere Personen benötigen eine fachgerechte, bedarfsgerechte und sensible Gesundheitsversorgung, in der sie auf Respekt und Wissen treffen. In dieser Veranstaltung sollen hierfür sowohl Grundlagen als auch vertiefendes Wissen für Kolleg*innen, die psychotherapeutisch oder beratend arbeiten, vermittelt werden.
Da Geschlecht in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen intergeschlechtliche, gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Verletzungen ihrer Menschenrechte und auch ihrer Patient*innenrechte, Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. So müssen diese Personen ihren Lebensweg oftmals gegen erhebliche Widerstände gehen und sich einen Umgang mit Barrieren erarbeiten.
Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneiden sich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit. In der Psychotherapie haben intergeschlechtliche, gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Klient_innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierungspezifische Versorgungsbedürfnisse. So erfordert die psychotherapeutische Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich der Vielfalt von trans* und inter*geschlechtlichen Lebenserfahrungen und spezifischer rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen. Für eine gute therapeutische Praxis ist Selbstreflexion der Psychotherapeut*innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation grundlegend sowie eine therapeutische Beziehungsgestaltung, in der die Psychotherapeut*innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.
Themen dieser Fortbildung sind:
- die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern
- Vermittlung von Wissensgrundlagen zu Trans*geschlechtlichkeit, Nichtbinarität, Inter*geschlechtlichkeit und Variationen von Geschlechtsmerkmalen
- Inter*-spezifische Menschenrechtsverletzungen, die damit verbundenen Traumatisierungen sowie die traumasensible Gestaltung von beratenden und psychotherapeutischen Angeboten für inter* Personen
- die therapeutische und beratende Begleitung gendernonkonformer, genderqueerer, trans* und inter*geschlechtlicher Klient*innen in ihren Entscheidungen
- Spezifika der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, bei Bedarf auch in und nach Transitionsprozessen,
- die Darstellung der fachlichen Leitlinien in diesem Themenbereich, insbesondere der entsprechenden AWMF-Leitlinien
- Informationen über Antragstellung für die Psychotherapie und Indikationsstellungen
- Kooperation in Netzwerken psychosozialer und medizinischer Versorgung (Operateur*innen, Logopäd*innen, MDK, Beratungsstellen etc.),
- sowie die Selbstreflexion, Rollenübungen und Fallarbeit zum Themenfeld.
Für die Veranstaltung werden Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen beantragt. Wenn Sie approbiert sind geben Sie bitte bei der Anmeldung Ihre Adresse, Ihren EFN-Code und Ihre Kammerzugehörigkeit an.
Anmeldung an: info@mari-guenther.de oder 0173- 621 1265 (auch Nachfragen)
Anmeldeschluss: 20.07.2027
Kosten der Veranstaltung:
- Kosten für approbierte Kolleg*innen/ in oder in fester Anstellung: 650.- Euro
- Kosten für Ausbildungskandidat*innen: 450.- Euro
Hinzu kommen die Kosten für Übernachtung und Verpflegung im Waldschlösschen (332.- Euro für vier Übernachtungen sowie nach Bedarf ein Aufpreis für Bettwäsche und Handtücher)
Bitte die Fortbildungskosten auf folgendes Konto überweisen:
Kontoinhaber*in: Dr. Gisela Fux Wolf
APO-Bank Düsseldorf
BIC: DAAEDEDDXXX
IBAN: DE 37 3006 0601 0003 8787 16
Verwendungszweck
Für eine verbindliche Anmeldung überweisen Sie bitte zeitnah Ihren Beitrag. Dann bekommen Sie per Mail eine Bestätigung für Ihre Teilnahme sowie die Rechnung für die Veranstaltung und die Rechnung für die Unterkunft. Wenn Sie von der Teilnahme zurücktreten wollen, ist dies bis 3 Wochen vor dem Termin kostenfrei und ohne Begründung möglich, ab dann würden wir schauen wollen, welches eine angemessene Lösung für beide Seiten ist. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.
Kontakt:
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Kevin Rosenberger, kevin.rosenberger@waldschloesschen.org, Telefon: 05592 9277 26
Mittwoch 16:00 Uhr bis Sonntag 14:00 Uhr
Psychotherapeutische Arbeit mit gendernonkonformen, genderqueeren, trans*- und inter*geschlechtlichen Personen und ihren Angehörigen
VA-Nr. 27-249
Teilnahmebeitrag ab 18 Jahren 982 €, Reduzierter Teilnahmebeitrag ab 18 Jahren 782 €
Es steht ein begrenztes Kontingent an Einzelzimmern gegen einen Aufpreis von 12 € pro Nacht zur Verfügung (Verfügbarkeit vorausgesetzt, siehe Hinweis im Buchungsprozess).
Ihre Daten werden sicher via SSL-Verschlüsselung übermittelt.

