Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen ist ein weit verbreitetes, jedoch häufig unterschätztes Phänomen. In der SPEAK!-Studie berichten 35 % der befragten weiblichen und 10 % der männlichen Jugendlichen ab 14 Jahren von körperlichen Übergriffen durch überwiegend Gleichaltrige. Betrachten wir verbale und digitale Formen sexualisierter Gewalt, liegen die Zahlen noch deutlich höher. In vielen Schulklassen und Jugendgruppen zeigen sich übergriffige Grundstimmungen, etwa durch sexualisierte Sprache, Chatgruppen und körperliche Handlungen. Junge Menschen machen zudem oft Erfahrungen mit psychischer und physischer Gewalt in Beziehungen oder sind von digitaler Gewalt betroffen, beispielsweise durch ungewolltes Weiterleiten intimer Aufnahmen.
Pädagogische Fachkräfte stehen hier vor anspruchsvollen Aufgaben: Sie müssen betroffene Jugendliche schützen und unterstützen, gleichzeitig aber auch einen pädagogischen Auftrag gegenüber denjenigen wahrnehmen, die übergriffiges Verhalten zeigen. Zudem sollten auch diejenigen mitbedacht werden, die indirekt beteiligt sind, zum Beispiel durch Zeug:innenschaft. Gerade in Gruppen handelt es sich oft um etablierte und komplexe Verhaltensformen, orientiert an gesellschaftlichen Geschlechter-Erwartungen.
Teilweise werden Gewalterfahrungen vom pädagogischen Umfeld toleriert oder ignoriert, was es einzelnen Fachkräften sowohl die Intervention als auch den Erfolg präventiver Ansätze zusätzlich erschwert.
Die Fortbildung unterstützt Fachkräfte mit fundiertem Wissen zu Formen und Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen, sowie in der Reflexion gesellschaftlicher Hintergründe. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den vielfältigen und teilweise wechselnden Rollen des Involviertseins: als Ausführende und Betroffene, aber auch als Beobachtende und ins Vertrauen-Gezogende, den sogenannten Bystandern. Es werden konkrete Ansätze zur angemessenen Intervention vermittelt und durch Fallbesprechungen in die Praxis übertragen und spezifiziert.
Im Bereich der Prävention ermöglichen grundsätzliche Informationen über Ziele, Themen und Ansprüche der sexuellen Bildung die Voraussetzung zum gezielten Einsatz vielfältiger Methoden und Materialien. Diese werden vorgestellt, in der Seminargruppe ausprobiert und für die für die jeweilige Zielgruppe der Teilnehmende reflektiert. Hier liegt der Schwerpunkt auf Ansätzen des Modelllernens um Empathie, Respekt und eine Kultur des Konsens zu fördern. Im Anschluss entwickeln die Teilnehmenden eigene Konzepte für konkrete Präventionsangebote in ihrem jeweiligem Arbeitsbereich.
Bei einem Online-Nachbereitungstermin gibt es die Möglichkeit, sich über Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. Gelungene Ansätze, Herausforderungen und Störungen werden gemeinsam reflektiert, um die Präventionsarbeit nachhaltig zu stärken.
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Jugendsozialarbeit,Schulsozialarbeit,Jugendhilfe sowie Jugendbildung.
Referent*innen
Pädagogische Leitung
Kontakt:
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Falk Adam, falk.adam@waldschloesschen.org, Telefon: 05592 9277-27
Montag 15:00 Uhr bis Mittwoch 14:00 Uhr
Methoden der sexuellen Bildung zur Prävention sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen
VA-Nr. 27-274
Teilnahmebeitrag 335 €
Es steht ein begrenztes Kontingent an Einzelzimmern gegen einen Aufpreis von 12 € pro Nacht zur Verfügung (Verfügbarkeit vorausgesetzt, siehe Hinweis im Buchungsprozess).
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