Programm

Fachtagung Queere Pädagogik

queer denken – stärken – vernetzen
Fachtagung Queere Pädagogik

Inhalte der Fachtagung

Alte Rollenbilder und Vorurteile sind auch im pädagogischen Bereich noch fest verankert. Als engagierte Fachkräfte im schulischen und außerschulischen Bereich möchten wir einen Ort schaffen, an dem wir neuen Input für unsere queere Bildungsarbeit bekommen, uns austauschen, empowern und miteinander vernetzen.

Wir reflektieren unser pädagogisches Handeln und finden im Austausch Impulse zu Veränderung und Erweiterung unserer beruflichen und persönlichen Kompetenzen. Hierfür werden unterschiedliche Vorträge und Workshops sowie Barcamps angeboten, in denen eigene Themen gesetzt werden können.

Die Fachtagung richtet sich an alle pädagogischen Fachkräfte, die eine Pädagogik der geschlechtlichen, amourösen und sexuellen Vielfalt aktiv anstreben; insbesondere, aber nicht ausschließlich an solche, die an Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche tätig sind. Grundlegendes Vorwissen zu queeren Themen ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.



Eröffnungsvortrag

Neutralität und Verantwortung – wie politisch ist Bildung?

 

Der Vortrag beleuchtet den Umgang mit Themen sowie mit Desinformation und Wissenschaftsleugnung in Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, Orientierung und Handlungssicherheit für verantwortliches Handeln im Bildungsalltag zu vermitteln.

 

Dr. Monika Brinker

 

 

Workshops


Sexualität formen – Körper, Konsens und Kreativität in der Sexualpädagogik

Sexualpädagogik kann leicht, lebendig und fachlich fundiert sein. Dieser Workshop lädt dazu ein, neue Zugänge kennenzulernen: über kreatives Tun, Materialerfahrung und Gespräch. Im gemeinsamen Arbeiten – Schreiben, Zeichnen, Kneten, spielerische Impulse und kleine methodische Formate – entstehen Zugänge, die Gespräche über Körperwissen, Lust, Konsens und Vielfalt erleichtern. Altersgerecht, alltagsnah und ohne Überforderung. Begleitend gibt es Einblicke in Methoden, Sprache und Materialien für unterschiedliche Altersgruppen – von der frühen Bildung bis zur weiterführenden Schule. Eine Auswahl an Anschauungs- und Arbeitsmaterialien steht zum Ausprobieren bereit.


Maris Hanusch-Vonthin

 

Krisenkommunikation – Stabiler Stand in Streitgesprächen

Der Ton im Umgang miteinander hat sich an vielen Orten verschärft: Menschen erleben Ansichten als unvereinbar und betonen gegensätzliche Standpunkte, statt Gemeinsames zu finden. Ideologisch motivierte menschenverachtende Angriffe nehmen spürbar zu, gerade dort, wo Menschen in Lehre oder Öffentlichkeit sichtbar und damit angreifbar sind. Unsicherheit deswegen nimmt zu.

Ausgehend vom spontanen Kurz-Workshop, der sich bei der letzten Fachtagung Queere Pädagogik zum Umgang mit Killerphrasen entwickelt hat, widmet sich der diesjährige Workshop verstärkt diesem Thema. (Killerphrasen sind abwertende Aussagen, die konstruktiven Austausch blockieren; Totschlagargumente etc.) Nach einem Input zu zielorientierter Krisenkommunikation werden wir in mehreren praktischen Einheiten gemeinsam Möglichkeiten der Entschärfung von verbal-aggressiven Angriffen üben. Hierbei geht es insbesondere darum, für uns selbst funktionierende Techniken und Strategien zu finden und die Leitung von Gesprächen trotz Angriffen und Killerphrasen nicht zu verlieren, sondern in der Hand zu behalten.


Meike Schuster

 

 

 

Workshop – Früher Bravo, heute TikTok?

„Morgens bin ich immer müde…“ – gesteuert durch Algorithmen bewegen sich Jugendliche heute durch soziale Medien. Auf der Suche nach der eigenen Identität und Orientierung sowie einer politischen Haltung bewegen sie sich zwischen Influencer*innen, Filterblasen, Fake News und Fakten. Auch die eigene Inszenierung und die Jagd nach Followern spielen dabei eine wichtige Rolle.

In unserem Workshop nehmen wir die Mechanismen von TikTok genauer unter die Lupe, schauen uns populäre Clips an und sprechen über Strategien erfolgreicher Influencer*innen und politischer Akteur*innen.

Der Workshop richtet sich an alle Interessierten – unabhängig vom Vorwissen oder der eigenen Nutzung von Social-Media-Plattformen.

 

Ringo Stephan

 

 

Bildung neu denken – Kreativität als Schlüssel zur politischen Bildung

Wie erreichen wir Schüler*innen wirklich? Wie schaffen wir es, dass bildungspolitische Themen nicht nur verstanden, sondern erlebt und verinnerlicht werden? – In diesem Workshop entdecken wir die transformative Kraft kreativer Methoden in der politischen Bildung. Denn eines ist klar: Die Generation von heute lernt anders – visuell, interaktiv, emotional. Trockene Fakten allein reichen nicht mehr aus. Kreative Zugänge öffnen Türen, wo klassische Vermittlung an Grenzen stößt.

Gemeinsam erkunden wir, wie wir durch kreative Formate – von visuellen Storytelling-Methoden über interaktive Gestaltungsprojekte bis hin zu digitalen Tools – bildungspolitische Inhalte lebendig machen. Wir lernen, wie Schüler*innen durch eigenes Gestalten, Visualisieren und Kreieren nicht nur Wissen aufnehmen, sondern kritisches Denken entwickeln und ihre eigene Stimme finden. Kreative Auseinandersetzung mehr ist als Methodik, sie ist Haltung. Sie ermöglicht Teilhabe, fördert Selbstwirksamkeit und schafft einen zeitgemäßen Zugang zu komplexen Themen. Die Schüler*innen werden zu Gestalterinnen ihrer eigenen Lernprozesse.


Jennifer Fulton und Jonah Knobloch

 

 

Schule der Vielfalt* – Wie kann ich meine Schule vielfältig gestalten?

SCHULE DER VIELFALT* ist ein bundesweites Projekt, das Schulen unterstützt, ihr Schulklima so zu gestalten, dass Diskriminierung und Mobbing aufgrund sexueller Orientierung sowie geschlechtlicher Identität abgebaut werden. Die Beteiligten aus den derzeit dreizehn Netzwerkschulen aller Schulformen in Niedersachsen organisieren vor Ort unterschiedlichste Angebote und tauschen sich regelmäßig aus.

In diesem Workshop stellen der Regionalkoordinator für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (RGSV), der Sprecher der Gruppe q*IGS sowie weitere Vertreter*innen der Neuen IGS Göttingen das Projekt vor und präsentieren Beispiele, wie die antidiskriminatorische Arbeit an den Schulen gestalten werden kann. Gemeinsam entwickeln wir dann neue Ideen.

 

René Pietsch und Marcel Stinik

 

Zwischen Spektrum und Vielfalt – Queere Identitäten bei autistischen Menschen

Nach einem kurzen Einstieg in das Thema Autismus geht es um die Frage, welchen besonderen Herausforderungen autistische Menschen in Bezug auf die eigene Identitätsfindung begegnen. Wie erleben Autist*innen Geschlecht und Sexualität? Welche Rolle spielen Masking, Anpassungsdruck und fehlende Zugehörigkeit?

Neben fachlichem Input bietet der Workshop Raum für Austausch und Reflexion und lädt dazu ein, eigene Annahmen zu hinterfragen und neue Perspektiven für die pädagogische Arbeit mit (queeren) autistischen Menschen zu entwickeln.

 

Juliane Malchau

 



Zielgruppe 
Die Fachtagung richtet sich an alle pädagogischen Fachkräfte, die eine Pädagogik der geschlechtlichen, amourösen und sexuellen Vielfalt aktiv anstreben; insbesondere, aber nicht ausschließlich an solche, die an Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche tätig sind. Grundlegendes Vorwissen zu queeren Themen ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.


Barrieren
Das Seminar findet in deutscher Lautsprache statt
Der Seminarräume sind teilweise ebenerdig und rollstuhlgereicht
Individuelle Bedarfe und Fragen können mit der pädagogischen Leitung abgesprochen werden.

Die Fachtagung wird gefördert im Rahmen des "Kooperationsverbunds Selbstverständlich Vielfalt" im Bundesprogramm "Demokratie leben!" des BMBFSFJ.

Kontakt:
Mittwoch 16:00 Uhr bis Freitag 14:00 Uhr Fachtagung Queere Pädagogik VA-Nr. 26-182 Teilnahmebeitrag 146 €

Es steht ein begrenztes Kontingent an Einzelzimmern gegen einen Aufpreis von 12 € pro Nacht zur Verfügung (Verfügbarkeit vorausgesetzt, siehe Hinweis im Buchungsprozess).

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