Die queeren Communities leben von unserem Engagement, unserer kollektiven Selbstfürsorge und unserer politischen Organisationskraft. Während queerfeindliche Angriffe immer offener zutage treten, wird diese Arbeit wichtiger denn je – aber auch fordernd und manchmal belastend. Dieses Seminar ist ein Raum, um uns und einander zu stärken.
- Was bedeutet Queer Empowerment für uns?
- Welche Erfolge haben unsere Bewegungen schon errungen?
- Wie schützen wir uns vor queerfeindlichen Angriffen auf unser Engagement?
- Wie gestalten wir unsere Szenen so, dass wir gern darin leben und aktiv bleiben?
Zu diesen Themen bietet das Seminar Inputs aus der wissenschaftlichen Forschung und dem Wissen unserer Communities, Impulse zur Reflexion und Raum für offenen Austausch in Kleingruppen und im Plenum. Zudem gibt es zwei Workshops: Am Samstag mit Nissar Gardi zum Umgang mit queerfeindlicher Gewalt; am Sonntag mit Annette Güldenring dazu, was wir aus den Trans*Bewegungen der 1970er und 1980er lernen können.
Referentin: Hannah Engelmann-Gith (sie/ihr) forscht, schreibt und bildet zu anti-queerer Ideologie und dem, was wir ihr entgegensetzen können. Sie ist seit zwei Jahrzehnten in verschiedenen sozialen Bewegungen aktiv und hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als systemische Trans*-Peerberaterin engagiert. An diesem Wochenende ist sie durchgängig als Referentin und Moderatorin präsent.
Samstagsworkshop:
12.12.2026 ǀ 9.30 – 13 Uhr
Zwischen Unsicherheit und Widerstand – gemeinsam gegen queerfeindliche Gewalt
Die historisch gewachsenen und verfestigten ideologischen Angriffe auf queeres Leben in politischen und gesellschaftlichen Debatten wirken sich tagtäglich auf die Gesundheit, die Würde und das Leben von Betroffenen aus. Für viele bedeutet die Normalisierung dieser Gewalt eine anhaltende Unsicherheitserfahrung und eine reale Bedrohung.
Berichte aus Communitys sowie von Fach- und Beratungsstellen zeigen deutlich, dass Queerfeindlichkeit kein Randphänomen ist. In den vergangenen Jahren ist die Zahl politisch motivierter Gewaltvorfälle im digitalen und analogen Raum gestiegen. Dazu zählen auch Angriffe auf LGBTIQA+ Personen, auf Menschen, die sich im Themenfeld engagieren, sowie auf Einrichtungen und Strukturen. Das Sprechen über die Gewalterfahrungen ist für Betroffene nicht selbstverständlich. Viele berichten davon, dass ihnen Unverständnis und Misstrauen entgegengebracht werden. Sie machen die Erfahrungen von fehlendem Schutz und Solidarisierungen an den Orten der Vorfälle und häufig auch danach. Gleichzeitig stellt die Auseinandersetzung mit Gewalt viele Menschen, Communitys und Institutionen vor Herausforderungen.
Auch wenn sich Tatmotive ähneln mögen, sind Lebensrealitäten, Umgangsstrategien und Resilienz der Betroffenen unterschiedlich; entsprechend unterschiedlich können Folgen und Verarbeitungsprozesse verlaufen. In diesem Workshop möchten wir uns gemeinsam mit folgenden Aspekten auseinandersetzen:
- Vor welche Herausforderungen stehen direkt Betroffene?
- Welche möglichen Auswirkungen können Gewalterfahrungen haben?
- Was braucht es dann zur Verarbeitung des Geschehens?
- Wie kann das nahe Umfeld unterstützen und dabei eine solidarische und empathische Haltung sowie Praxis beibehalten?
- Was kann den Opferschutz und die Sicherheitserfahrung von (potenziell) Betroffenen stärken?
- Welche präventiven Schutzmaßnahmen sind zu empfehlen?
Referentin: Nissar Gardi (sie/ihr) hat langjährige Erfahrungen in der politischen Bildung, Empowermentarbeit und Beratung. Sie arbeitet bei empower – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Hamburg. In ihrer Arbeit prägt sie eine Zuversicht in die Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Menschen für eine sichere und gerechtere Gesellschaft.
Sonntagsworkshop:
13.12.2026 | 9.30 bis 12 Uhr
Wurzeln und Flügel – was wir heute von den Trans*Bewegungen der 70er und 80er lernen können
Viele Grundsteine für Trans*Rechte in der Bundesrepublik wurden in den 1970er und 1980er Jahren gelegt – in einem gesellschaftlichen Umfeld, das alles andere als trans*freundlich gestaltet war.
- Wie fanden sich trans* Personen im Westdeutschland der 1970er und 1980er Jahre zu Bewegungen zusammen? Wie funktionierten Engagement und Selbstfürsorge damals?
- Unter welchen Bedingungen fand transgeschlechtliches Leben statt? Wie konnten die Aktivist*innen trotz allem so wichtige Entwicklungen anstoßen?
- Und was sagt uns das heute, in einer historischen Situation, in der enorme queere Errungenschaften auf erbitterte reaktionäre Gegenschläge treffen?
Diese Fragen diskutieren wir in diesem Workshop.
Referentin: Annette Güldenring (sie/ihr) ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie hat als Oberärztin die von ihr gegründete Transgenderambulanz am Westküstenklinikum Heide geleitet. In ihrem jahrzehntelangen Engagement für die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt bringt sie eigene Erfahrungen und berufliche Expertise zusammen. Dafür erhielt sie 2022 den ersten Waltraud-Schiffels-Ehrenpreis.

Kontakt:
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Kevin Rosenberger, kevin.rosenberger@waldschloesschen.org, Telefon: 05592 9277 26
Freitag 18:00 Uhr bis Sonntag 14:00 Uhr
Schutz und Prävention & Resilienz im queeren Ehrenamt und zivilgesellschaftlichen Engagement
VA-Nr. 26-338
Teilnahmebeitrag 35 €
Es steht ein begrenztes Kontingent an Einzelzimmern gegen einen Aufpreis von 12 € pro Nacht zur Verfügung (Verfügbarkeit vorausgesetzt, siehe Hinweis im Buchungsprozess).
Ihre Daten werden sicher via SSL-Verschlüsselung übermittelt.

