Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche, nichtbinäre und queere Menschen (LSBTINQ+) mit und ohne Fluchterfahrungen, mit und ohne Be_hinderungen, leben überall, auch in kleinen Städten und ländlichen Räumen. Ihre Lebensrealitäten und Bedarfe werden dort jedoch meist wenig sichtbar und unterscheiden sich teilweise von denen der LSBTINQ+ in den Großstädten. Ebenso unterscheiden sich die Strukturen, Herausforderungen und Bedarfe von Initiativen, Projekten und haupt- oder ehrenamtlichen Aktivist*innen, die in der Beratung, der Bildung, der Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit oder in anderen Bereichen zu queeren Themen im ländlichen Raum arbeiten.
Das diesjährige 4. Bundesvernetzungstreffen „Queer im ländlichen Raum“ wird von mehreren Organisationen und Inititativen aus ganz Deutschland zusammen mit der Akademie Waldschlösschen organisiert. Es hat zum Ziel, den Erfahrungsaustausch bereits im kleinstädtischen und ländlichen Raum aktiver Akteur*innen zu befördern. In diesem Jahr findet das Bundesvernetzungstreffen zum Themenschwerpunkt: "Schutzansätze und Prävention für queere und zivilgesellschaftliche (ehrenamtliche) Strukturen im ländlichen Raum in Zeiten zunehmender Bedrohungen und wegbrechender Unterstützungssysteme" statt.
Die Teilnehmenden können sich in Workshops und weiteren Formaten unter anderem zum Themenschwerpunkt auseinandersetzen und vernetzen. Eingeladen sind Initiativen, Projekte und Aktivist*innen, die bereits in kleinstädtischen und ländlichen Räumen zu queeren Themen arbeiten.
Zentrale Fragestellungen sollen sein:
- Wie können wir uns in Zeiten rechtsextremer Gewalt und Hetze gemeinsam, einzeln und in unseren Gruppen und als Gesellschaft schützen?
- Wer bietet Schutz?
- Wie schützen wir uns und einander?
- Was gibt es für Schutzansätze und Strategien von denen wir lernen können?
- Wer sind zivilgesellschaftliche verlässliche Partner*innen?
- Was bedeutet Resilienz in diesen bedrohlichen Zeiten?
- Was gibt uns Zuversicht? Was sind Best-practice Beispiele aus der Zivilgesellschaft?
Impulsvorträge und Fachpanel zu verschiedenen Themenschwerpunkten:
- Impulsvortrag „Schutz & Prävention für queere und zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen und Vereine im ländlichen Raum und strukturschwachen Regionen" (Anna-Katharina Friedrich, Projektleiterin „Schutz- und Prävention im Ehrenamt“ bei der Deutschen Stiftung für Engangement und Ehrenamt (DSEE))
- Podiumsgespräch zu den Herausforderungen und strukturellen Bedingungen für queere Menschen im ländlichen Raum in krisenhaften und bedrohlichen Zeiten
- Panel zur „Fördermittelakquirierung und Finanzierungsmöglichkeiten für (queere) Projekte im ländlichen Raum“ mit unterschiedlichen Stiftungen und Fördermittelgeber*innen
- Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) (zugesagt)
- Aktion Mensch Stiftung (zugesagt)
- Amadeu Antonio Stiftung (zugesagt)
- Hannchen Mehrzweck Stiftung - Stiftung für queere Bewegungen (HMS) (zugesagt)
- COME OUT! Stiftung (zugesagt)
- Netzwerk Polylux e.V. - solidarisches Netzwerk (angefragt)
- Akademie Waldschlösschen - Stiftung Rainer Marbach und Ulli Klaum (zugesagt)
- Bürger für Bürger Stiftung - Gen Ost Jugend Fonds (zugesagt)
- Bewegungsstiftung – Anstöße für soziale Bewegungen (zugesagt)
filia. die Frauenstiftung (angefragt)
Impulsvortrag und vertiefender Workshop zum Thema Burn Out Prävention und Resilienzstrategien für Queers im ländlichen Raum
Isolation? Allein auf weiter Flur? Queere Sichtbarkeit im ländlichen Raum, insbesondere wenn wir uns für Gleichberechtigung einsetzen kann emotionale Belastung bedeuten. Verständnis über Nervensystem, Gefühle und ein traumainformierter Zugang können helfen sowohl für uns individuell, als auch in unseren Gruppen füreinander zu sorgen, Warnzeichen zu erkennen und uns zu stärken. In dem Input werden Konzepte zur emotionalen Resilienz vorgestellt und zur praktischen Umsetzung eingeladen. In dem Workshop findet eine Vertiefung statt. Es wird eine Reflexion der eigenen Erfahrungen, geben, gemeinsam voneinander gelernt und eigene Schritte zur emotionalen Resilienz entwickelt.
Referent*in: Jael Rollin (keine Pronomen, sie/ihr) unterstützt emanzipatorische soziale Bewegungen mit Beratung und Begleitung in der Bewegungsstiftung. Jael setzt sich für radikale sozial-ökologische Transformation und transformative Gerechtigkeit ein.
Workshop zum Thema "Fördermittelwerkstatt - Wie komme ich an finanzielle Förderung für meine Projektidee? Mittelbeschaffung/Antragstellung – die Fundraising-Grundlagen“
Die Suche nach finanzieller Unterstützung für ihre Projekt-Ideen ist für viele Vereine und Initiativen zunehmend schwieriger und komplexer geworden. Kürzungen und Umverteilungen von Fördermitteln werden die nächsten Jahre massiv prägen. Das bedeutet: Nur wer seine Suche auf der Basis einer strategischen Fundraising-Grundlage realisiert, ist fit für eigene Projekte – und für die eigene Zukunft. In diesem Workshop beleuchten wir folgende Fragen: Was sind die wesentlichen Voraussetzungen und Grundlagen für erfolgreiches Fundraising (Mittelbeschaffung)? Wie kann es uns gelingen, finanzielle Unterstützer für unseren Verein, unsere Initiative oder unsere Idee zu gewinnen? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten brauchen wir dafür? Und welche Rolle kann KI dabei spielen? Zudem widmen wir uns sehr konkret den Themen Antragstellung, Potenziale von Unternehmens-Kooperationen (CSR etc.), Service Clubs sowie dem Konzept der Engagement-Partnerschaften.
Referent: Malte Schumacher unterstützt seit 2017 als selbstständiger Philanthropie-Berater soziale Investoren (Stiftende/Spendende) sowie zivilgesellschaftliche Institutionen (Stiftungen/Vereine/Initiativen) bei der Strategie- und Organisationsentwicklung.
Workshop zum Thema Kommunikationsstrategien bei Diffamierungen und Angriffen
Queere Vereine werden immer häufiger angegriffen. Überlegte Kommunikationsmaßnahmen geben Sicherheit und helfen dabei, rechtsextreme Strategien zu entkräften. Wie könnt ihr euch verhalten, wenn eure Initiative in einer parlamentarischen Anfrage einer rechtsextremen Partei auftaucht? Sollte man auf Presseanfragen von Meinungsportalen antworten? Wie bereitet man sich auf mögliche Angriffe auf Social Media Kanälen vor und wie kann man reagieren, wenn der Vorwurf im Raum steht, gegen ein sogenanntes „Neutralitätsgebot“ zu verstoßen?
Referent*in von der Amadeu Antonio Stiftung
Workshop zum Thema "Was uns vor Queerfeindlichkeit schützt: Ein Blick in die Forschung"
Als Queers erfahren wir regelmäßig Ablehnung und Ausgrenzung – mal am eigenen Leib, oft gegen die eigene Community gerichtet und als Dauerbeschallung in den Medien. Doch die Macht unserer Angreifer*innen ist begrenzt: Es gibt Faktoren, die uns schützen. Manche davon sind in empirischen Studien gut belegt. In diesem Workshop verschaffen wir uns einen Überblick über vielversprechende Ansatzpunkte für Selbstfürsorge, Community Care und die Arbeit am gesellschaftlichen Wandel – und sprechen darüber, wie wir unsere Schutzfaktoren stärken können.
Referentin: Hannah Engelmann-Gith (sie/ihr) forscht, schreibt und bildet zu anti-queerer Ideologie und dem, was wir ihr entgegensetzen können. Sie ist seit zwei Jahrzehnten in verschiedenen sozialen Bewegungen aktiv und hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als systemische Trans*-Peerberaterin engagiert.
Die gesamten Workshopphasen mit weiteren unterschiedlichen Schwerpunktthemen bspw. zu "Wie bekomme ich finanzielle Förderung für meine Projektidee?, "Umgang mit Hass und Hetze und digitaler Gewalt im Netz" sowie zu „Schutz und Prävention – Workshop zu Schutzansätzen in Zeiten von Hass und Hetze" sind geplant. Das gesamte Programm mit allen Workshopthemen wird in Kürze hier veröffentlicht.
Barrieren
- Das Seminar findet in deutscher Lautsprache statt
- Die Seminarräume sind ebenerdig
- Alle Körperlichkeiten sind willkommen, es braucht keine Vorerfahrung oder bestimmte Fitness
- individuelle Bedarfe und Fragen können mit der pädagogischen Leitung abgesprochen werden
Individuelle Bedarfe, die den Aufenthalt im Waldschlösschen betreffen, können gerne über das Bemerkungsfeld im letzten Buchungsschritt mitgeteilt werden.
Das diesjährige Bundesvernetzungstreffen findet im Rahmen des Projekts "Stärkung queerer Ehrenamtsstrukturen in ländlichen und strukturschwachen Regionen" statt und wird gefördert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE).

Kontakt:
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Kevin Rosenberger, kevin.rosenberger@waldschloesschen.org, Telefon: 05592 9277 26
Freitag 15:00 Uhr bis Sonntag 14:00 Uhr
Bundesvernetzungstreffen „Queer im ländlichen Raum“
VA-Nr. 26-325
Teilnahmebeitrag 35 €
Es steht ein begrenztes Kontingent an Einzelzimmern zur Verfügung (Verfügbarkeit vorausgesetzt, siehe Hinweis im Buchungsprozess).
Ihre Daten werden sicher via SSL-Verschlüsselung übermittelt.

